Reformer oder Matte? Womit du bei Pilates anfängst

Reformer im Streiflicht im ALIGNHER Pilates Studio in Mönchengladbach

Die Frage kommt in fast jedem Kennenlerngespräch: Soll ich mit dem Reformer anfangen oder mit der Matte? Die ehrliche Antwort lautet — es kommt darauf an, wo du gerade stehst. Warum, steht hier.

Was der Reformer eigentlich macht

Der Reformer ist ein Schlitten auf Schienen, der über Federn läuft. Du liegst, sitzt oder stehst darauf und arbeitest gegen diesen Widerstand — oder lässt dich von ihm führen.

Der zweite Teil ist der entscheidende. Die Federn können dir Arbeit abnehmen. Eine Bewegung, die auf der Matte das ganze Körpergewicht verlangt, wird am Gerät teilbar: leichtere Feder, weniger Last, saubere Ausführung. Deshalb kommen viele Frauen am Reformer schneller in die Tiefe, als sie es auf der Matte täten.

Dazu kommt das Feedback. Der Schlitten verzeiht keine Unsauberkeit. Wenn du aus deiner Mitte rutschst, wackelt der Wagen — du merkst es, bevor dich jemand korrigieren muss. Ein ehrlicher Lehrer.

Was die Matte anders macht

Auf der Matte hält dich nichts. Kein Federzug, keine Schienen. Dein Gewicht, der Boden, deine Kontrolle.

Das klingt nach weniger und ist oft mehr. Ohne Gerät musst du die Stabilität komplett selbst herstellen, und genau das macht Mat Pilates anspruchsvoll — auch für Frauen, die schon Jahre trainieren.

Die Matte hat außerdem einen Vorteil, den kein Gerät hat: Du nimmst sie mit. Wer die Grundübungen einmal sauber kann, trainiert im Hotelzimmer weiter, im Wohnzimmer, im Urlaub.

Es ist kein Entweder-oder

Joseph Pilates hat beides entwickelt — das Mattenprogramm und die Geräte. Sie waren nie als Alternativen gedacht, sondern als zwei Seiten derselben Methode. Die Geräte helfen dir, eine Bewegung zu verstehen. Die Matte zeigt, ob du sie wirklich verstanden hast.

Der Reformer bringt dir die Bewegung bei. Die Matte prüft, ob sie dir gehört.

Wer beides macht, kommt schneller voran als wer sich früh festlegt. In der Praxis heißt das meistens: zwei bis drei Reformer-Classes und eine Matten-Class pro Woche, oder umgekehrt.

Womit du anfängst

Wenn du länger nicht trainiert hast

Fang am Reformer an. Die Federn nehmen dir so viel Last ab, wie du gerade brauchst, und die geführte Bewegung gibt dir Sicherheit. Du lernst das Prinzip, ohne gegen dein eigenes Gewicht zu kämpfen.

Wenn du aus dem Sport kommst

Dann ist die Matte ein guter Einstieg. Du bringst Körpergefühl mit, und Mat Pilates fordert genau das, was im Kraft- oder Ausdauersport oft zu kurz kommt: Tiefenmuskulatur, Atmung und Kontrolle über kleine Bewegungen.

Wenn du ein konkretes Thema hast

Rücken, Beckenboden, eine alte Verletzung, eine Schwangerschaft — dann fang nicht in der Gruppe an, sondern mit ein oder zwei Einheiten Personal Training. Danach weißt du, welche Class zu dir passt, und wir wissen, worauf wir bei dir achten.

Wie das bei uns läuft

Im ALIGNHER Pilates Club in Mönchengladbach gehen Reformer Classes mit höchstens fünf Frauen, Mat Pilates mit höchstens acht. Das ist kein Zufall: Bei mehr Menschen im Raum kann niemand mehr jede Ausführung sehen, und dann wird aus geführtem Training Mitmachsport.

Du musst dich auch nicht vorher entscheiden. Das Kennenlernangebot umfasst zwei Classes — die meisten nehmen eine am Reformer und eine auf der Matte und wissen danach selbst, wohin es geht. Welche Classes wann laufen, siehst du im Stundenplan. Und falls dich vor allem beschäftigt, wie so eine Stunde überhaupt abläuft: das steht hier.

Berrin Nalbant, Gründerin des ALIGNHER Pilates Clubs
Geschrieben von Berrin Nalbant

BASI-zertifizierte Pilates-Trainerin mit Comprehensive Teacher Training und einer Ausbildung für Prä- und Postnatal-Pilates. Gründerin des ALIGNHER Pilates Clubs in Mönchengladbach, wo sie selbst unterrichtet.

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